Krieg, Tod und Leben

Eine Aktionskunst des Heidelberger Künstlers Patris Semma.

Am 8. Mai hat der Heidelberger Künst­ler Patris Semma eine Kunst­aktion durch­ge­führt, wie sie zuvor in Hei­del­berg ver­gleichs­weise noch nicht statt­ge­fun­den hat.

Anlässlich des Endes des zweiten Welt­krieges, das sich 2005 zum 60. Mal jährte, stellte sich der junge Künstler, der sich bereits als Ak­tionskünstler in Wien einen Namen ge­macht hat, der her­aus­fordernden The­matik.

"Als Künstler trägt man eine Ver­ant­wortung in der Gesellschaft, der man sich in dieser Funktion nicht ent­zie­hen darf!", so Patris Semma.

Ungefähr 100 Personen wurden an die­sem Tag weiß geschminkt, in weiße Lei­ntü­cher gewickelt und auf dem blanken Boden der Hauptstraße auf dem Rücken liegend aufgereiht.

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Nur der Künstler selbst wur­de in ein schwarzes Tuch ge­wickelt. Er plat­zierte sich in der Mitte der Reihe. Von ihm ausgehend wurde ein etwa 20 cm breites schwarzes Band über die "Leichen" gelegt. Ca. eine Stun­de erstarrten sie schwei­gend.

Dem Künstler war es bei dieser Aktion ein Anliegen die Sinnlosigkeit des Völ­ker­mor­des als bildliche Mo­ment­auf­nah­me ins Bewusstsein des Be­trach­ters zu führen und eine bedrückend endgültige Stimmung zu trans­por­tie­ren, die sich im Unterbewusstsein des Einzelnen ab­speichert.

Das alltägliche Geschehen in der Hei­del­berger Hauptstraße brachte diese frem­de Situation zum Stehen und regte Gespräche zwischen den Pas­santen an. Touristen, Heidelberger Bürger und Leu­te, die einfach nur ihre Ein­käu­fe er­le­digen wollten waren von der Ak­tions­kunst beeindruckt und in den Prozess miteinbezogen. Sie wur­den so Teil der Performance.

Fotografisch dokumentiert und mit weiteren Werken des Künstlers Patris Semma ergänzt, fand anschließend ei­ne Ausstellung in der Galerie Melnikow statt (30.Mai – 20.Juni 2005)

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